... Wir für die Region !


Dr. Rupert Linder
Frauenarzt - Facharzt für Psychosomatik und Psychotherapie;
Prä- und Perinatale Psychologie;
Koordination Pforzheim-Studie
Wir sind dankbar für jede Unterstützung!
Spenden Sie gerne auf unser Konto:
Dr. Rupert Linder-Stiftung zur Förderung der Pforzheim Studie
IBAN: DE37 6665 0085 0005 2349 13
Die Pforzheim-Studie wird die erste systematische Studie am Menschen sein, welche die transgenerationalen Ursachen komplexer Krankheiten durch Stress erforscht. Pforzheim ist der ideale Ort für diese einzigartige Untersuchung:
1. Pforzheim hat seit Jahren ein sehr gut etabliertes Netzwerk Frühe Hilfen
2. Pforzheim war 1945 die relativ am stärksten zerstörte Stadt Deutschlands;
3. Pforzheim ist Deutschlands Stadt mit dem zweitgrößten Anteil an Migrationshintergrund (>58%).
Dennoch sind der Verlauf der Schwangerschaften und die Gesundheit der Kinder vergleichsweise überraschend gut.
Wie kann das kommen?
Aufgrund der Erfahrungen des 2. Weltkrieges und des starken Migrationshintergrundes der Pforzheimer Bevölkerung ist zu erwarten, dass Krieg, Migration und damit zusammenhängende traumatische Erlebnisse in der Bevölkerung greifbare Spuren hinterlassen haben.
Unsere Studie wird mit Unterstützung des Netzwerkes Frühe Hilfen, beginnend in der Schwangerschaft, werdende Eltern nach belastenden Erlebnissen, Trauma und Faktoren der Stressresilienz befragen. Die Gesundheit der Kinder und ihrer Familien werden auch nach der Geburt weiterhin mitverfolgt. Dabei sollen die Erfahrungen der Vorgenerationen mit dem aktuellen Gesundheitszustand in Verbindung gebracht werden. So können sich neue Wege für personalisierte Medizin eröffnen und Krankheiten in Zukunft besser verhindert oder behandelt werden.
Aufgewachsen in Heidelberg und (West-)Berlin.
Studium der Medizin in Heidelberg, Freiburg und Los Angeles.
Seit über 30 Jahren in Birkenfeld bei Pforzheim als Frauenarzt und Facharzt für Psychosomatik und Psychotherapie niedergelassen.
Die Integration der verschiedenen Fachgebiete ist dabei ein besonderes Anliegen. Forschungs- und Arbeitsschwerpunkte sind die Verhinderung von Frühgeburten, psychodynamische Hintergründe von Präeklampsie und HELLP-Syndrom und alle Aspekte psychosomatischer und ‘ermutigender’ Schwangerschaftsbegleitung.
Von 2005 – 2010 war er Präsident der ISPPM. 2009 David Cheek Memorial lecture der APPPAH.
1996 Weiterbildung zum QZ-Moderator, 2006 aktiv im Netzwerk frühe Hilfen Pforzheim/Enzkreis, seit 2015 (zusammen mit Petra Poscharsky) Tandem-Moderator des Interdisziplinären Qualitätszirkels Geburtshilfe, Psychosomatik und Frühe Hilfen Pforzheim/Enzkreis.
Über 180 Vorträge oder Publikationen; wissenschaftliches Hauptwerk sind das 2014 zusammen mit Klaus Evertz und Ludwig Janus herausgegebene Lehrbuch der Pränatalen Psychologie und das 2021 in der gleichen Co-Herausgeberschaft erschienene Handbook of Prenatal and Perinatal Psychology.
Mitgliedschaften: DGGG, ISPPM, APPPAH, BVF, NATUM
Artikel aus der Pforzheimer Zeitung vom 10.02.2023
Einen weiteren Artikel zur Veranstaltung anlässlich der Stiftungsgründung finden Sie hier: Pforzheimer Kurier 10.02.2023
Wie Stress über Generationen weiterwirkt
Die Pforzheim-Studie untersucht, wie Erfahrungen von Eltern und Großeltern unsere Gesundheit prägen können
Kann Stress über Generationen hinweg weitergegeben werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Pforzheim-Studie unter der Leitung der Neurowissenschaftlerin Gerlinde Metz von der University of Lethbridge in Kanada und des Birkenfelder Frauenarztes und Psychotherapeuten Dr. Rupert Linder. Im Mittelpunkt stehen Schwangerschaft, frühe Entwicklung sowie die langfristigen Auswirkungen von Krieg, Migration, familiären Belastungen und psychosozialem Stress.
Die Forschenden untersuchen, wie Erfahrungen früherer Generationen biologische Spuren hinterlassen können, die möglicherweise Gesundheit, Stressregulation und Resilienz beeinflussen. Dafür werden psychosoziale Daten mit modernen biologischen Analysen kombiniert, darunter Blut-, Urin- und Plazentaproben. Ziel ist es, neue Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie sich Belastungen, aber auch Schutzfaktoren und Widerstandskraft entwickeln.
Pforzheim gilt dabei als besonders interessanter Studienort. Die Stadt vereint historische Traumata des Zweiten Weltkriegs mit aktuellen sozialen Herausforderungen, hoher Migration und einer vergleichsweise hohen Geburtenrate. Gleichzeitig engagiert sich die Region seit Jahren intensiv im Bereich der „Frühen Hilfen“ zur Unterstützung junger Familien.
Die Forschung verfolgt dabei eine positive Perspektive: Belastungen sollen nicht als unabänderliches Schicksal verstanden werden. Vielmehr hoffen die Wissenschaftler, langfristig Wege zu finden, Resilienz gezielt zu stärken und Gesundheitsrisiken frühzeitig zu erkennen. Moderne Biomarkerforschung und Epigenetik könnten künftig helfen, individuelle Belastungen besser sichtbar zu machen und Prävention stärker zu personalisieren.
„Die smarteste Investition in die Zukunft unserer Stadt? Unsere Kinder“, sagt Tom Handtmann von der Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und deren Familien. Genau dort setzt die Pforzheim-Studie an: beim Verständnis, wie Gesundheit, Stress und Resilienz schon früh im Leben – und möglicherweise über Generationen hinweg – geprägt werden.
Die Frage, wie das Leben vor der Geburt die Zukunft der Babys beeinflusst, geht die sogenannten Pforzheim-Studie nach. Dabei wird nicht nur das Verhalten der werdenden Mutter betrachtet, sondern auch das Leben der Vorgenerationen. Pforzheim, hat Gerlinde Metz in ihrem Vortrag im Industriehaus ausgeführt sei für die Studie besonders geeignet, da es hier viele Menschen gebe, die das Trauma des Zweiten Weltkriegs durchlitten hätten. „Zum Glück ist das Tabu, über den Krieg und dessen Folgen zu sprechen, inzwischen gebrochen“, sagte die Professorin.
„Die Hebammen sind hoch engagiert, aber intensiver Belastung ausgesetzt, so der Leiter des Gesundheitsamtes Dominik Henk.“
Im Vordergrund der weltweit einmaligen Studie in Zusammenarbeit mit der kanadischen Universität Lethbridge und der Dr.-Rupert-Linder-Stiftung stehe nicht die genetische Veranlagung, sondern das Erleben. Erfahrungen, ist die Wissenschaftlerin überzeugt, werden über Generationen weitergegeben. Ereignisse aus der Vergangenheit beeinflussen demnach auch die Gesundheit spät Geborener. Die Studie diene letztlich dazu, Wege zu finden, negative Auswirkungen zu erkennen und potenziellen Krankheiten wie Demenz, Diabetes oder auch Krebs vorzubeugen.
Ein Bericht der BNN vom 24.05.2025
Eindrücke von der Veranstaltung anlässlich der Stiftungsgründung (08.02.2023 im Panoramasaal der Sparkasse Pforzheim Calw)
Durch das Programm führten Dr. Brigitte Joggerst, Prof. Dr. Gerlinde Metz sowie Dr. Rupert Linder.
Auf nachfolgenden Links finden Sie 2 Artikel zum Thema aus der Wissenschaftlichen Fachzeitschrift "Nature" veröffentlicht am 04.05.2023